In den Jahren 1959/61 wuchs die Seelenzahl
der Gemeinde von 3500 auf 5200 durch Planung und Bau einer Großsiedlung
der Ruhrwohnungsbau AG. Der vorhandene Raum für den kirchlichen Unterricht
und alle anderen Gruppen und Gemeindeveranstaltungen und Dienste in der
Notkirchenbaracke reichte nun nicht mehr aus. Die Frage nach mehr Räumlichkeit
und Einzelräumen, in denen zu gleicher Zeit mehrere Gruppenstunden
parallel gehalten werden können, wurde durch das Emporschnellen der
Seelenzahl, und durch den Neuzuzug von fast nur jungen Familien mit größerer
Kinderzahl immer dringender. Über die Beschlußfassung, Planung
und Bau eines Mehrzweckgemeindehauses durch den Gesamtverband evangelischer
Kirchenge-meinde in Dortmund gibt nachfolgende Urkunde eingehend Auskunft:
Wir stellen den Bau dieses Gemeindehauses
unter das Wort aus Psalm 84, Vers 12:
"Gott der Herr ist Sonne und Schild; der
Herr gibt Gnade und Ehre: er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen."
Heiliger treuer Gott. Deine Gemeinde bringt
dir Dank dafür, daß du dich allezeit uns nahest, wenn
wir dich von ganzem Herzen suchen. Es ist dein Wohlgefallen, uns eine Stätte
zu bereiten, damit wir dich anbeten im Geist und in der Wahrheit und dei-nen
Namen verherrlichen. Wir bitten dich, segne das Werk, das wir in deinem
Namen begonnen haben. Segne alle Menschen, die in diesem Haus ein und ausgehen.
Laß die Gemeindegruppen, die an deinem Werk in dieser Gemeinde arbeiten
hier eine Heimstätte finden, in der sie sich recht zurüsten lassen
zu ihrem Dienst. Bewahre vor Unfall und Gefahr, alle die an diesem Hause
bauen. Laß alles gelingen zu würdiger Vollendung. Sei gnädig
, Herr, deinem Volk, durch Jesus Christus. Amen.
Durch Kriegseinwirkung wurden im Jahre 1943 die Auferstehungskir-che und das Pfarrhaus mit angebautem Gemeindesaal zerstört. Das Pfarrhaus wurde 1953 wegen totaler Zerstörung neu gebaut.
In der Zeit von 1947 bis 1956 hat die Kirchengemeinde ihre Gottes-dienste in einer von der Schweiz gestifteten Notkirchenbaracke ge-halten. In diesem Raum fanden auch alle Gemeindegruppen die Mög-lichkeit, ihre Arbeit zu tun. Mit dem Wiederaufbau der Kirche wurde im Jahre 1956 begonnen. Beim Beginn des Wiederaufbaus mußten wir die noch im zerstörten Kirchenschiff stehende Notkirchenbaracke auf ein neuerworbenes Grundstück neben der Kirche aufstel-len. Mit der Neueinweihung der wiederaufgebauten Kirche am 21. Juli 1957 diente dann die Notkirchenbaracke der Gemeinde für alle übrige Gemeindearbeit. Nun hatten wir auch einen Raum, der durchaus für die erste Zeit einen ausreichenden Ersatz für den zerstörten Gemeindesaal bot.
Durch das so rasche Anwachsen der Gemeinde in den Jahren 1953 bis 1961 auf über 5000 Seelen , reichte dann dieser eine Barackenraum für die Gemeindearbeit, ganz besonders für den kirch-lichen Unterricht, nicht mehr aus. Die Frage nach einem festgebau-ten Haus wurde somit immer dringlicher.
Unsere Freude war darum sehr groß,
als der Gesamtverband evange-lischer Kirchengemeinden in Dortmund in einer
Sitzung am 9. März 1967 uns mitteilte, daß wir in Kürze
mit dem Bau eines Gemeinde-hauses rechnen können.
Die Ausschachtungsarbeiten dieses Hauses
wurde im Mai 1968, als der Herr Präses D. Wilm die westfälische
Landeskirche leitete, Herr Pfarrer Altenmüller, Superintendent des
Kirchenkreise Dortmund-Nordost und Pastor Mosel, Gemeindepastor in Dortmund-Scharnhorst
war.
Mit der Fertigstellung des Hauses , welches
nach den Plänen des Architekten Herrn Bauassesor Kölsche errichte
wird, stehen der Ge-meinde folgende Räume zur Verfügung:
Im Erdgeschoß:
1 Unterrichtsraum für 40 Kinder
1 Sitzungs- und zugleich Bücherreiraum
1 großer Saal mit insgesamt 264
Plätzen, Teeküche, Garderobe, WC und einem Abstellraum
Im Kellergeschoß:
1 Kleiner Jugendraum, Garderobe , WC und
1 großer Tischtennisraum
Die Kellerräume sollen bei Bedarf
auch anderen Gruppen zur Verfügung stehen.
Die Gesamtkosten sind auf 281.000 DM im Voranschlag errechnet wor-den. Davon muß die Gemeinde voraussichtlich für die Unterkellerung und Außenverklinkerung des ganzen Hauses die Summe von ca. 49.000 DM übernehmen. Außerdem müssen die Kosten für die gesamte Innen-einrichtung aufgebracht werden. Diese Eigenkosten sind durch langjährige Einsparung im Haushaltsplan und durch viele Spenden von Gemeindegliedern sichergestellt.
Diese Urkunde soll die Gemeinde Scharnhorst
immer wieder daran er-innern, daß durch die weitgehende Hilfe des
Gesamtverbandes evan-gelischer Kirchengemeinde in Dortmund, durch fleißiges
Ersparen von Gemeindemitteln aus dem jährlichen Haushaltsplan, vielen
Spen-den von Gemeindegliedern und aus dem Ertrag einer von der Frauen-hilfe
veranstalteten Tombola dieses Haus erbaut werden konnte.
Die Urkunde wurde in einen Grundstein
eingemauert, der am 5. Juni 1968 neben dem Hauseingang an der Südseite
eingefügt wurde.
DO-Scharnhorst, den 5. Juni 1968
Das Presbyterium
Nach dem Gottesdienst erfolgte die Schlüsselübergabe.
Der Architekt, Herr Heinrich Knopp, übergab ihn mit einem Glück
und Segenswunsch an Oberkirchenrat Dr. Reiss, der ihn mit besten Wünschen
an den Pastor der Gemeinde, Karl Moser, weiterreichte.
Eine schlichte Nachfeier führte die
gottesdienstliche Gemeinde für einige fröhliche Stunden zusammen.
Die katholische Kirchengemeinde (St. Immaculata) von Alt-Scharnhorst war
durch Pfarrer Otto Vogel vertreten. Er brachte die Grüße der
katholischen Brudergemeinde. Sein Gruß und Wunsch zeigten die Freude
darüber, daß beide Gemein-den ein solch gutes Verhältnis
haben, im Miteinander dem Einen Herrn der Kirche zu dienen. Als nach
dem Kriege beide Gemeinden keinerlei Räume mehr hatten und beide Gemeinde
darangehen mußten, sich Noträume zu schaffen, da haben sie einander
geholfen, daß diese Notlösungen auch verwirklicht werden konnten.
Und als 1946 die Notkirchenbaracke der kath. Gemeinde durch Brand vollkommen
vernichtet wurde, war es eine Selbstverständlichkeit, daß wir
den von der Harpener Bergbau AG angemieteten Gesellschaftsraum im "Krug
zum grünen Kranze" zeitlich mit der kath. Gemeinde teilten. So konnten
beide Gemeinden ihren Gottesdienst in einem Raum ausüben. Auch wir
waren erfreut, daß wir im Januar und Februar 1956 während des
Umsetzens unserer Notkirchenbaracke auf das neuerworbene Grundstück
die Gastfreundschaft für Gottesdienste und Gruppenstunden in der inzwischen
wieder aufgebauten Notkirche der kath. Gemeinde nutzen konnten.
Dieses Aufeinander im Miteinander Angewiesensein
und diese freundschaftliche Hilfe, die einer dem anderen geben konnte,
haben dazu geführt, daß ein echtes ökumenisches Miteinander
entstehen konnte und auch geblieben ist.
Pfarrer Walter Brehm überbrachte Grüße
und Segenswünsche der Schalom-Gemeinde von Neu-Scharnhorst. Diese
neu entstandene Gemeinde, in der einer sich zur Satellitenstadt entwickelten
Großraumsiedlung, hatte mit Baubeginn des Gemeindehauses unsere Notkirchenbaracke
als vorläufige Versammlungsstätte bekommen.
Einige Wochen vor der Fertigstellung unseres
Gemeindehauses konnte auch die Notkirchenbaracke nach einem durch das kirchliche
Bauamt des Gesamtverbandes der Evgl. Kirchengemeinden von Dortmund geleiteten
Wiederaufbau und teilweisen Umbau der Neu-Scharnhorster Gemeinde als "Treffpunkt-Pavillion"
übergeben werden.
Gäste des Gesamtverbandes waren die
Herren Verw.-Direktor Krautschik, Bauamtsrat Dausend, Oberamtmann Kirrisch.
Der Kreissynodalvorstand wurde durch den Synodalen, Herrn Koch, vertreten.
Das war ein weiterer Tag der Freude für
die Gemeinde. Alt-Scharnhorst hatte jetzt neben der wiederaufgebauten Auferstehungskirche
und dem Neubau des Pfarrhauses auch ein Haus, in dem zahlreiche Gemeindegruppen
zusammenkommen konnten, um ihre vielfachen Dienste zu tun.
Möge in diesem Haus sie alle wieder
zusammenkommen, die Jungen und die Alten, alle die -die ihre Begegnung
mit dem Herrn der Kirche - dem Auferstandenen, Jesus Christus- gehabt haben,
und auch alle, die sich rufen lassen, die Zweifelnden und Ablehnenden,
die Enttäuschten und Einsamen, die von den meisten nicht Verstandenen
und die, die sich in äußerer und innerer Not befunden
und Hilfe suchen und nötig haben.
Mögen die, die schon Fuß gefaßt
haben ihr Zusammenkommen für alle andern in echter brüderlicher
Liebe tun als solche, die allein dem gemeinsamen Gott und Herrn verpflichtet
sind.
Zu berichten ist noch mit diesem Bericht, daß die vorauskalkulierte Bausumme in Höhe von DM 281.000 weit überschritten wurde. Die Endabrechnung ergab die Summe von DM 410.924,58 . Und auch die Eigenmittel der Gemeinde konnten nicht mit dem vorausgesagten Be-trag von DM 49.000 gehalten werden. Durch äußerste Sparsamkeit und weiterer Gemeindespenden hat die Gemeinde schließlich die Summe von DM 80.072,60 zum Bau, zuzüglich der Inneneinrichtung, zugesteuert
Nachzutragen ist noch, daß Pastor
Moser, unser langjähriger treuer Hirte, am 1.August 1970 in den wohlverdienten
Ruhestand getreten ist.
Dortmund-Scharnhorst, im Januar 1977
Das Presbyterium
(H.-A. Frey, Pastor /Vorsitzender) (Karl
Heitkamp, Kirchmeister) (Ernst Bökenkamp, Presbyter)
Die Richtigkeit und Vollständigkeit der Eintragungen über die im Zeitraum vom 12. Oktober 1947 bis zum 1. August 1970 vorgekommenen Veränderungen werden hiermit bescheinigt. Die Eintragungen stimmen in beiden Lagerbüchern überein.
Dortmund-Scharnhorst, dem 6. April 1977
Das Presbyterium
(H.-A. Frey, Pastor / Vorsitzender) (Karl
Heitkamp, Kirchmeister) (Ernst Bökenkamp, Presbyter)